Zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2025
Ein Wunder nach langer Wartezeit
Nach über 2 Jahren auf der emotionalen Achterbahnfahrt meiner Kinderwunschreise brachte ich im Jänner 2023 unseren Sohn zur Welt. Gesund und munter. Mein Mann und ich waren überglücklich und genossen die Kennenlernzeit mit unserem kleinen Wunder.
Ich stillte meinen Sohn und zusätzlich bekam er noch die Milchflasche, weil ich von Beginn wenig Muttermilch hatte. Doch nach 5 Monaten begann ich abzustillen, weil mein Sohn sich mehr für das Fläschchen begeisterte. In dieser Zeit hatte ich meine Brüste regelmäßig abgepumpt und ausgestrichen. Alles war wunderbar.
Ein Knoten verändert alles
Es war Ende Juli 2023, ein Freitag Abend, wo ich in der Dusche stand und per Zufall auf meine rechte Brust griff und eine breite und harte Verhärtung, einen Knoten, spürte, die ich bis dato noch nicht wahrgenommen hatte. „Was ist das denn?“, dachte ich mir. Neugierig und doch schon etwas skeptisch drückte ich von allen Seiten auf dem unerklärlichen Etwas herum und gab mich dann kurzfristig damit zufrieden, dass es sich wohl noch um ein „Überbleibsel“ vom Abstillen handeln wird.
Doch diese Gewebeverhärtung ließ mir keine Ruhe und ich zog meinen Mann zu Rate. Er meinte, ich solle es zur Sicherheit abklären lassen. Das Wochenende stand vor der Tür und ich konnte also für nun weder meine Frauenärztin erreichen, noch sonst jemanden fragen, was das sein könnte. Also musste ich mich bis Montag gedulden.
Das Wochenende war geprägt von Achterbahn der Gedanken und Gefühle: „Was wird das wohl sein? Brustkrebs oder hängt es doch mit dem erst kürzlich vollzogenen Abstillen zusammen. Ah, das wird schon passen.“
Zwischen Hoffnung und Angst
Die ersten Untersuchungen und Gedankenkarussell
Montag morgens rief ich gleich bei meiner Frauenärztin an und bat um einen schnellen Termin zur Abklärung. Dankenswerterweise nahm sie mich sofort dran. Auch sie inspizierte die Gewebeverhärtung und meinte, dass sie mich ins Radiologieinstitut für einen Brustultraschall überweise, um dem Ganzen nachzugehen.
Noch am selben Tag bekam ich einen Termin zum Brustultraschall. Im Wartezimmer saß ich wieder da. Mit zittrigen Händen und Beinen. Fragte mich, was ich eigentlich hier soll und ob ich im falschen Film bin. Ich konnte gar nicht glauben, was da gerade passiert.
„Frau Nußdorfer – Zimmer 3“ klang es aus dem Lautsprecher. Ich sprang auf und ging ins Untersuchungszimmer. Die Ärztin machte den Ultraschall und hier konnte man das erste Mal sehen, was sich hier in meiner Brust versteckte. Ein Knubbel, ein Knoten, vielleicht ein bösartiger Tumor oder doch ein Fibroadenom?

Die Ungewissheit bekommt einen Namen
Die Ärztin sagte, dass man nicht genau sagen könnte, ob es gut- oder bösartig ist. Klarheit könnte nur eine Biopsie bringen. Ich solle mir eine Überweisung für’s ein spezialisiertes Brustzentrum holen.
Ich bekam einen Befund mit, wo ich das erste Mal mit unerklärlichen Buchstaben konfrontiert war. „BI-RADS 4“ stand da drauf. Ich googelte nachdem Wort und las, dass es sich um verändertes Gewebe handelt, dass mittels Biopsie abgeklärt werden sollte. Verdacht auf Brustkrebs? Ein Stich in die Magengrube. Nun gut. Erst mal tief durchatmen. Im Moment ist das Ergebnis noch offen.
Das erste Mal im Brustzentrum und ein bekanntes Gesicht
Ich vereinbarte mir einen Termin im Brustzentrum für die Biopsie. 1,5 Wochen später war es dann soweit. Im Wartezimmer musste ich eine Zeit lang warten. Ich nutzte die Zeit, um eine Atemübung zu machen, um mich zu beruhigen. Meine Gedanken kreisten immer wieder um das mögliche Ergebnis.
Dann ging die Tür zum Untersuchungszimmer auf: „Frau Nußdorfer?!“, rief ein junger Arzt. Ich blickte auf und dachte mir: „Das gibt es jetzt nicht.“ Dieser Arzt, der da im Türbogen stand, war jener, der bei der Geburt meines Sohnes 7 Monate zuvor dabei war. Der nette Arzt schaute genau so blöd aus der Wäsche wie ich, als wir uns 7 Monate zuvor auf der Geburtenstation kennenlernten und nun hier im Brustzentrum abklären, ob es sich um Brustkrebs handelt oder nicht.
Die Stanzbiopsie
Nach einer Tastuntersuchung wurde anschließend eine Stanzbiopsie durchgeführt. Dabei wird Gewebe mit einer feinen Nadel aus der Brust entnommen. Nach einer örtlichen Betäubung wird eine Führungskanüle eingeführt. Anschließend wird mit einer Stanzpistole über diese Kanüle die eigentliche Stanznadel “abgeschossen.” Der Knoten wird mehrmals durchlöchert, um eine hohe Ausbeute an Zellmaterial zu erreichen. Das entnommene Gewebe wird anschließend histologisch untersucht.
Brustkrebs nach Abstillen – kann das echt wahr sein?
Ich konnte noch immer nicht ganz glauben, was da gerade in meinem Leben vor sich ging. Die letzten 2-3 Jahre waren kein Zuckerschlecken – mit den Auswirkungen der Coronakrise und unserer Kinderwunschreise – und jetzt das? Nun gut. Trübsal blasen brachte nichts und vielleicht war der Knoten ja doch gutartig. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Im Kopf ging ich nochmal durch, dass ich im August 2022, als ich schwanger war, einen Brustultraschall gemacht habe und da noch gar nichts zu sehen war. Auch etwa 6 Wochen nach der Geburt, als ich zur Untersuchung bei meiner Frauenärztin war, tastete sie meine Brust ab und auch sie hatte nichts Ungewöhnliches festgestellt.
Ja, und beim Stillen hatte ich immer wieder mal verhärtete Stellen. Das könnte schon gut möglich sein, dass sich hier was verhärtet hat. Diese Verhärtungen hatten sich jedoch nach kurzer Zeit wieder von selbst aufgelöst.



Mentale Vorbereitung auf die Wahrheit
Das Diagnosegespräch wurde 5 Tage später eingeplant. Die Tage zuvor war ich nervös. Immer wieder kreisten meine Gedanken um das Ergebnis. Ich bereitete mich mental auf diesen Termin vor. So wie ein Skirennfahrer, der seinen Streckenverlauf mit allen möglichen Gegebenheiten immer wieder visualisiert und für jede aufkommende Situation gewappnet ist.
Ich visualisierte das positive Ergebnis – wie der Arzt mir mitteilt, dass es sich um einen gutartigen Knoten handelt und ich voller Freude meine Familie anrufe. Ich visualisierte jedoch auch das negative Ergebnis – wie der Arzt mir mitteilt, dass es sich um Brustkrebs handelt. Diese mentale Vorbereitung half mir, gefasst zu bleiben und gewappnet zu sein, für alles, was kommt.
Die Diagnose – ein Moment, der alles veränderte
Nach ein paar Tagen war es dann soweit. Das Diagnosegespräch stand an. Mein Mann begleitete mich zu dem Termin im Brustzentrum. Die Tür zum Untersuchungszimmer ging auf: „Frau Nußdorfer, bitte.“ Und wieder stand der Arzt, der bei meiner Geburt dabei war, im Türrahmen.
Dieses Mal jedoch mit einem besorgten Blick. Ich kannte mich sofort aus. Dieser Gesichtsausdruck kann keine positive Nachricht überbringen. Wir traten ins Zimmer ein, setzten uns. Auf dem Tisch lag ein Notizzettel, wo mit einem Kuli die Buchstaben „TNBC“ aufgekritzelt waren. Ich blickte kurz darauf, dann wieder zum Arzt.
„Frau Nußdorfer, ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Es tut mir leid, wir hätten gehofft, dass es anders ist. Aber: Sie haben Brustkrebs! Es handelt sich um triple-negativen Brustkrebs„.
Ein Stich in die Magengrube. Mein Blick verengte sich. Mein Herz begann zu klopfen. Ich blickte kurz rüber zu meinem Mann. Komplette Gesichtsentgleisung. Ich blickte wieder zurück zum Arzt. Ich war vorbereitet auf dieses Ergebnis. Die Diagnose Brustkrebs. Ich atmete tief durch und hörte gefasst und ruhig dem Arzt zu. Für alles andere gebe ich mir später Zeit und Raum….

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Der Wendepunkt
Bei den Arztgesprächen merkte ich schon, dass die Worte, die so fielen wie “Krebs”, “Chemo”, “Rückfall” innere Bilder in mir auslösten, die mit Angst verbunden waren.
Daraufhin reagiert der Körper mit Stresssymptomen. Denn das ist das, was die meisten von uns durch Filme oder Geschichten aus dem Bekanntenkreis lernen: dass Krebs mit Tod, Siechtum und Leid verbunden ist. Dass es jedoch auch andere Möglichkeiten gibt, auf die Krankheit zu blicken, durfte ich (wieder) entdecken: Eine Krankheit kann ein Weckruf sein.
Ein Aufruf, etwas im Leben zu verändern, das dich hindert du selbst zu sein. Ein Warnsignal, das dir zeigt, dass du von deinem (Lebens-)weg abgekommen bist. Viele ehemalige Krebspatient:innen spürten es schon lange. So auch ich.
Ende Augst war ich an mehreren Tagen für Untersuchungen in der Klinik: Mammographie, Skelett-Szintigrafie, Beratungsgespräch mit dem Onkologen. Staging nennt man das. Nachdem die genaue Diagnose vorlag und die Behandlungsempfehlung ausgesprochen wurde und ich mich für eine Chemotherapie in Kombination mit einer Immuntherapie entschied, wurde gleich am nächsten Tag ein Portkatheter unterhalb meines Schlüsselbeins implantiert . Über diesen „Port“ sollte dann Chemotherapie verabreicht werden.


Ein hartes halbes Jahr stand bevor
Nach dem Staging war klar. Es handelte sich um einen triple-negativen Brustkrebs im Stadium IIA ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen mit einer Wachstumsrate von 70% (Ki67-Wert). “Ein aggressiver und schnell wachsender Tumor mit hohem Rückfallspotential, der nur mit Chemotherapie behandelt werden kann. Die meisten Patientinnen sprechen gut darauf an. Dennoch wird es ein anstrengendes halbes Jahr”, sagte der Arzt.
Eine Zeit der Ungewissheit und Hilflosigkeit
Auch diese Tage während des weiteren Untersuchungsmarathons waren herausfordernd. Diese Ungewissheit, so viele offene Fragen:
- Was wird alles auf mich zukommen?
- Wie werde ich die Chemotherapie vertragen?
- Wird die Therapie erfolgreich sein? Was, wenn nicht?
- Wie kann ich für meinen kleinen Sohn da sein? Wie wird die Zukunft aussehen?
Auch hier bemerkte ich, wie sehr mich Gedanken an die Zukunft beschäftigt hatten und ich dadurch in einen Angstzustand verfiel.
Ich machte mir klar, dass ich Angst hatte, weil ich spekulierte und Worst-Case-Szenarien im Kopf durchging. Doch das waren alles Gedanken an die Zukunft. Ich machte mir klar, dass ich hier und jetzt nicht sicher wissen kann, dass es so kommen wird. Ich hinterfragte sofort meine Glaubenssätze:
- Was macht dieser Gedanke mit mir?
- Wie würde ich mich fühlen, wenn ich anders denken würde?
Also entschloss ich mich, mich wieder auf das Positive zu fokussieren und mich für Heilung zu öffnen.
Zuversicht und Blick auf Möglichkeiten
Heilung ist möglich. Meine Mama hat es auch geschafft – Eierstockkrebs mit Metastasen und einer Prognose von wenigen Monaten. 27 Jahre später ist sie immer noch da – eine gesunde und glückliche Frau. Das schaffe ich auch, dachte ich mir. Ich werde alles dafür tun, wieder gesund zu werden.


Ganz heil werden, aber wie?
Für mich war klar, dass ich einen ganzheitlichen Heilungsweg gehen würde – sowohl den klassischen schulmedizinischen Weg und ergänzt durch komplementärmedizinische Therapie. Mir war auch klar, dass es für mich sehr wichtig ist, mich mit der Ursache und Botschaft der Erkrankung auseinander zu setzen.
Denn für mich kam die Diagnose zwar schon überraschend, jedoch spürte ich von Anfang an, dass diese Diagnose ein Weckruf für mich war und dieses tiefe Vertrauen brachte eine gewisse Erleichterung.
Ich spürte, dass dieser Tumor gekommen war, um mir zu sagen, dass ich jetzt etwas ändern muss. Es war aller höchste Eisenbahn. Es wird keine weiteren Warnsignale mehr geben, die ich ignorieren kann. Diese Diagnose war für mich sowohl eine ernstzunehmende Bedrohung, die jedoch sehr viel Entwicklungspotential und Chance für ein neues, schönes Leben in sich barg.
Wieder für mich gerade stehen
Sehr lange schlummerten schon Sehnsüchte in mir. Doch ich hatte sie jahrelang unter meinen Ängsten, Selbstzweifeln, Selbstkasteiung und den selbst gemachten Stress im Leben vergraben. Ich verbog mich für andere und konnte dadurch nicht für mich gerade stehen. Durch die Diagnose war ich schlagartig mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Wollte ich so weitermachen wie bisher oder nutze ich meine wertvolle Lebenszeit, um alles das zu sein, was in mir steckt?
Mit meinem ängstlichen, perfektionistischen People-Pleaser-Ich musste jetzt Schluss sein. Schluss mit „Herumkrebsen“ und warten, bis ich bereit bin. Dieser Tag wird nicht kommen. Jetzt hatte ich die Chance, mein Leben zu ändern und ich selbst zu sein. Ab jetzt 100% Bettina. Ein Leben in Harmonie, Freude und Freiheit wartet auf mich. Denn dafür bin ich hier.
Alten Mist abgraben
Ich war fest entschlossen, die Zeit der Therapiephase zu nützen, um mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und nicht nur den Tumor loszuwerden, sondern auch all den mentalen und emotionalen Ballast, den ich seit Jahren mit mir herumschleppte.
Ich beschloss, meine Heilungsreise öffentlich auf Instagram zu teilen. Hier war ich gefordert, mich zu zeigen. Und vor allem mich so zu zeigen, wie ich bin. Jetzt hatte ich die Chance, zu lernen, ich selbst zu sein und zu mir zu stehen. Alles ohne Plan. Ohne Vorhersehbarkeit. Ohne perfekt sein zu können. Einfach ich.
Podcastfolge #002: Meine Brustkrebsreise Teil 2
Die Zeit der Therapie
Die weiteren Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen Tumor mit einer Größe von 3,3 x 2,8 cm auf 1 Uhr in der rechten Brust handelte. Erfreulicherweise wiesen die Lymphknoten keinen Befall auf und auch die weiteren Untersuchungen ergaben keine Metastasierung.
Für meine Brustkrebsart stand zu diesem Zeitpunkt als erfolgsversprechende Therapie neoadjuvant, also vor der Operation, 16 Chemotherapiezyklen in Kombination mit einer Immuntherapie am Plan. Ich war momentan geschockt. Was 16 Chemos? Puh, das wird ein Aufstieg auf den Mount Everest Doch es half alles nichts, da musste ich durch.
Die Chemo- und Immuntherapie zog sich über einen Zeitraum von 6 Monaten. Ich durchlief 16 Chemotherapien in Kombination mit einer Immuntherapie:
- 12 x wöchentlich mit Paclitaxel und Carboplatin
- 4 x im 3-Wochenrhythmus mit Epirubicin und Cyclophosphamid
- Pembrolizumab alle 3 Wochen
Ziel der Therapie war, dass der Tumor komplett verschwindet oder signifikant verkleinert wird, sodass im besten Fall brusterhaltend operiert werden konnte.






Die Nebenwirkungen
Die ersten Tage nach einer Chemotherapie waren meist geprägt von Übelkeit, Appetitlosigkeit, Geruchsempfindlichkeit und starker Erschöpfung. Manchmal hatte ich auch Herzrasen, Fieber und Gliederschmerzen. Ich schlief viel und musste mich viel ausruhen.
Das verlangte mein Körper. Dennoch raffte ich mich jeden Tag auf, um eine kleine Runde an der frischen Luft spazieren zu gehen. Auch geistig war ich erschöpft. Ich konnte mir vieles nicht merken und mich auch schwer konzentrieren. Manche sprechen vom “Chemobrain” oder “Chemoheimer”.
Meine Haare begannen nach der 4. Chemotherapie auszufallen. Ab dann ließ ich meine Haare ganz los und trug während der Therapiezeit eine Perücke und Mützen. Nach der 12. Chemotherapie fielen auch meine Wimpern und Augenbrauen aus. Ich ließ mir daraufhin ein Permanent-Makeup bei den Augenbrauen machen.








Podcastfolge #003: Meine Brustkrebsreise Teil 3
Heilung ist ganzheitlich
Da ich einen ganzheitlichen Heilungsansatz verfolgte, war es mir wichtig, mich neben der schulmedizinischen Behandlung in der Klinik, auch komplementärmedizinisch begleiten zu lassen, um Nebenwirkungen der Chemotherapie abzufedern.
Ich nahm Nahrungsergänzungsmittel zu mir, die mein Immunsystem stärkten, meinen Körper entgifteten sowie meine Darm- und Zellgesundheit unterstützten. Meistens war ich dadurch nach etwa 4 Tagen wieder soweit fit, um Alltagstätigkeiten wieder nachgehen zu können. Ich wollte auch unbedingt mein Leben, so gut es ging, normal weiterzuführen.
Ich ging mit meinem Sohn an Tag 4 nach der Chemo in die Spielgruppe, traf mich am Wochenende mit Freunden, ging mit meinem Mann essen oder ins Kino.
Ich bin die CEO meiner Gesundheit
Mir war von Anfang an wichtig, selbst etwas für meine Heilung tun. So kam ich zurück in meine Selbstwirksamkeit, gewann wieder mehr Vertrauen in mich und meinen Körper und hatte das Gefühl, aus eigener Kraft etwas bewirken zu können.
Fast täglich ließ ich mich von meinem Vater mit der japanischen Heilström-Methode “Jin Shin Jyutsu”, die er selbst bei sich seit 20 Jahren anwendete, behandeln bzw. strömte ich selber mehrmals am Tag. Das brachte merklich die Energie wieder in Fluss, die Übelkeit nahm ab und ich fühlte mich einfach schnell besser.
Zusätzlich ging ich jeden Tag spazieren. Auch wenn es nur 10 Minuten waren. Ich merkte, dass es mir gut tat, an die frische Luft zu gehen, in der Sonne zu sein, im Regen zu gehen, meinen erschöpften Körper zu mobilisieren und einfach in der Natur zu sein.
Ich war schon immer gerne in der Natur. Die Natur war mein Energiegeber und mein Kraftort. Das Spazieren meine tägliche Meditation. So konnte ich Kraft und Zuversicht tanken.

Erfreuliche Nachrichten
Nach der 12. Chemotherapie fand eine erste Zwischenuntersuchung, ein Brustultraschall, statt. Hier konnte ich mich schon über eine signifikante Reduktion des Tumors auf 1,6 x 0,7 cm freuen. Nach der 16. Chemotherapie stand ein MRT an. Hier war kein Tumor mehr ersichtlich.
Ca. 1 Monat später fand die 1. Operation statt. Ich entschied mich aufgrund meines Gentestergebnisses (BRCA1-positiv) für eine Mastektomie (komplette Entfernung des Brustdrüsengewebes) mit gleichzeitigem Wiederaufbau der Brust mit Silikonimplantaten.
Erfreulicherweise wurde bei der anschließenden histologischen Untersuchung weder im entnommenen Wächterlymphknoten noch im Brustdrüsengewebe restliche Tumorzellen gefunden.
Ich wurde mit der Diagnose “Pathologische Komplettremission” entlassen. Ich war einfach nur dankbar und überglücklich und stolz auf mich, diesen Weg so gut hinter mich gebracht zu haben.
Gesundheit und Lebensglück beginnen im Kopf
In der Zeit der Therapie führte ich Gespräche mit ehemaligen Krebspatient:innen und holte mir Tipps, wie sie es geschafft hatten, sogar aus einem Stadium IV zu genesen und seit mehr als 20 Jahren ein gesundes und glückliches Leben zu führen.
Zudem las ich viele Bücher u.a. zu den Themen Krebs, Mind-Body-Medizin, Psychosomatik und Selbstfürsorge. Podcasts mit inspirierenden Heilungsgeschichten schenkten mir Mut und Zuversicht.
Mir war klar, Heilung ist immer möglich und man darf sich selbst keine Grenzen setzen und auch nicht von anderen Personen. Entscheidend ist, dass man selbst an die eigene Heilung glaubt, sich für Wunder öffnet und seinen Blick für alle Möglichkeiten weitet. Aufgeben ist keine Option.
Jede Frau geht ihren eigenen und individuellen Weg der Heilung. Für mich war es wichtig, mich mit meinem Gesundheitsprojekt auseinander setzen. Ich nahm die Herausforderung an, um die anstehende Lernaufgabe, die diese Erkrankung mit sich brachte, zu lösen und daraus zu lernen, mein Leben zukünftig so auszurichten und mich gesund auf allen Ebenen zu verhalten, sodass es zukünftig keine körperliche Manifestation als Warnsignal braucht, so wie es der Brustkrebs war.
Eine Veränderung geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein lebenslanger Prozess. Den alte emotionale Wunden aus der Vergangenheit oder mentale Blockaden haben wir über Jahre im Rucksack herumgetragen. Jedoch liegt es an uns, Stein für Stein aus diesem Rucksack zu entnahmen, ihn anzuschauen, von ihm zu lernen und ihn loszulassen.
So können wir unseren Lebensweg gesund, erfüllt, befreit und mit Freude gehen.
“Brustkrebs ist wie das Meer
– Bettina Nußdorfer –
mit hohem Wellengang
und ein unerwarteter heftiger Sturm,
der dein Lebensschiff ordentlich durchschüttelt und ins Wanken bringt.
Brustkrebs ist auch dein Kompass,
um wieder zurück auf deinen Weg zu finden,
von dem du abgekommen bist,
deinen Nordstern hinter all den Wolken
zu erkennen,
alten Ballast abzuwerfen und
mit der richtigen Ausrüstung
mutig und selbstbestimmt in Richtung
gesundes und erfülltes Leben zu segeln. ”
Wenn du noch mehr Input für deine ganzheitliche Heilungsreise benötigst, dann hole dir gerne meine beiden Begleitbücher „Der Brustkrebs-Kompass“ und „Der Herzens-Kompass“, wo ich mein Wissen, Erfahrung und Learnings sowie viele Übungen und Selbstreflexionsfragen niedergeschrieben habe.
Deine Begleitbücher (digital und/oder als spiralgebundene Printversion) für deine ganzheitliche Heilungsreise zum gesunden & glücklichen Ich

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